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01 april 2025

Tuberkulose, der stille Killer unter den Infektionskrankheiten

Leestijd: 7 minuten

Tuberkulose: Eine unterschätzte Gefahr

Jeden Tag sterben weltweit fast 4.000 Menschen an Tuberkulose (TBC). Das entspricht etwa 1,4 Millionen Todesfällen pro Jahr, womit TBC die tödlichste Infektionskrankheit der Welt bleibt. Auch in Deutschland gibt es immer wieder neue Fälle. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden im Jahr 2023 rund 4.500 Tuberkulose-Fälle gemeldet. Besonders betroffen sind Großstädte sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder aus Ländern mit hoher TBC-Rate. Trotz medizinischer Fortschritte bleibt Tuberkulose eine ernstzunehmende Bedrohung.

Was ist Tuberkulose?

TBC wird durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis verursacht, das Entzündungen im Körper hervorrufen kann. Weltweit tragen etwa ein Viertel der Menschen dieses Bakterium in sich. Doch eine Infektion bedeutet nicht automatisch, dass eine Person krank wird: Nur 5 bis 10 % entwickeln tatsächlich Tuberkulose. Die Krankheit kann innerhalb von zwei Jahren nach der Infektion ausbrechen, aber das Bakterium kann auch jahrelang im Körper schlummern und erst später aktiv werden, insbesondere wenn das Immunsystem geschwächt ist.

Es gibt zwei Formen von Tuberkulose: latente TBC und aktive TBC. Bei einer latenten Infektion trägt eine Person das Bakterium, zeigt jedoch keine Symptome und ist nicht ansteckend. Bei einer aktiven Infektion wird das Bakterium aktiv und verursacht Symptome. Diese Form muss behandelt werden, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.


Wie verbreitet sich TBC?

Das Tuberkulosebakterium wird durch kleine Tröpfchen in der Luft übertragen. Eine infizierte Person kann die Bakterien durch Sprechen, Husten, Niesen oder Singen verbreiten. Wenn diese Tröpfchen eingeatmet werden, können die Bakterien in die Lunge gelangen und sich dort festsetzen. In einigen Fällen breitet sich das Bakterium auf andere Organe wie Nieren, Knochen oder das Gehirn aus.

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, wie ältere Menschen, HIV-Patienten und Personen, die eine Chemotherapie erhalten, haben ein erhöhtes Risiko, an aktiver Tuberkulose zu erkranken. Besonders betroffen sind in Deutschland auch wohnungslose Menschen, Geflüchtete und Drogenabhängige. Daher sind frühzeitige Erkennung und Behandlung entscheidend.

Symptome von Tuberkulose

Die Beschwerden bei aktiver Tuberkulose variieren, aber häufige Symptome sind:

  • 🗣️ Anhaltender Husten (manchmal mit Blut)
  • 🤧 Schleimbildung beim Husten
  • 😓 Nachtschweiß
  • 🍽️ Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
  • 💤 Extreme Müdigkeit
  • 😮‍💨 Atemprobleme
  • 🌡️ Fieber

Neben diesen Symptomen kann sich Tuberkulose auch in anderen Organen manifestieren. Beispielsweise kann Tuberkulose in der Wirbelsäule zu Rückenschmerzen und Mobilitätsproblemen führen. Tuberkulose im Gehirn kann schwerwiegende Komplikationen wie Meningitis verursachen.

Wie wird TBC diagnostiziert und behandelt?

Ein Haut- oder Bluttest (wie der Mantoux-Test) kann zeigen, ob jemand mit dem Tuberkulosebakterium infiziert ist. Wenn eine Infektion festgestellt wird, kann eine vorbeugende Medikamentenkur verhindern, dass sich die Krankheit entwickelt. Diese Behandlung dauert in der Regel drei Monate und muss vollständig abgeschlossen werden.

Wenn eine Person tatsächlich an Tuberkulose erkrankt ist, ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich. Die Therapie besteht in der Regel aus einer Kombination von vier verschiedenen Medikamenten (Tuberkulostatika), die sechs Monate lang täglich eingenommen werden müssen. Nach etwa zwei bis drei Wochen Medikamenteneinnahme ist der Patient nicht mehr ansteckend, aber eine Quarantäne in dieser Anfangsphase ist entscheidend, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Wird die Behandlung nicht vollständig abgeschlossen, können resistente Bakterien überleben und einen erneuten Ausbruch verursachen.

Multiresistente Tuberkulose (MDR-TB) und extrem resistente Tuberkulose (XDR-TB) sind schwerer zu behandelnde Varianten der Krankheit. Diese Formen von TBC entstehen, wenn Patienten ihre Medikamente nicht korrekt einnehmen. MDR-TB erfordert eine längere und intensivere Behandlung mit stärkeren Medikamenten, manchmal bis zu zwei Jahre lang.


Warum ist Tuberkulose immer noch ein Problem?

Obwohl TBC in Deutschland seltener vorkommt als früher, kann eine späte Diagnose schwerwiegende und dauerhafte Schäden verursachen. Laut RKI waren 2023 etwa 9 % der Tuberkulosefälle in Deutschland multiresistent, was eine längere und kompliziertere Behandlung bedeutet.

Ein zentrales Problem bei der Bekämpfung der Tuberkulose ist das mangelnde Bewusstsein und die verzögerte Diagnose. Viele Menschen bringen anhaltenden Husten nicht direkt mit TBC in Verbindung, wodurch die Diagnose oft erst spät gestellt wird. Darüber hinaus ist der Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung für manche Bevölkerungsgruppen eingeschränkt, was die Verbreitung der Krankheit erleichtert.

Wie kann Tuberkulose verhindert werden?

Impfungen spielen eine wichtige Rolle bei der Prävention von Tuberkulose. Die BCG-Impfung (Bacillus Calmette-Guérin) wird in Deutschland seit 1998 nicht mehr routinemäßig verabreicht, da die Infektionszahlen zurückgegangen sind. Sie wird jedoch noch für bestimmte Risikogruppen empfohlen, etwa für medizinisches Personal, das in Hochrisikogebieten arbeitet.

Weitere vorbeugende Maßnahmen sind:

  • 😷 Gute Belüftung in Innenräumen, um die Übertragung von Bakterien durch die Luft zu verringern
  • 🏥 Rechtzeitiges Screening und Testen von Personen, die mit einem TBC-Patienten in Kontakt gekommen sind
  • 💊 Eine vorbeugende Medikamentenkur bei einem positiven Test ohne Symptome

Was kannst du tun?

Hast du Fragen zu TBC oder warst du mit einer infizierten Person in Kontakt? In Deutschland sind die Gesundheitsämter für die Diagnose, Behandlung und Nachverfolgung von Tuberkulosefällen zuständig. Sie bieten kostenlose Tests und Beratungen an.

Hast du Fragen zu Medikamenten? Konsultiere deinen Arzt oder Apotheker für professionelle Beratung.

Tuberkulose mag in Deutschland weniger sichtbar sein, aber die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Bleib wachsam und nimm Symptome ernst. Durch Bewusstseinsbildung, frühzeitige Diagnose und richtige Behandlung können wir diese tödliche Krankheit bekämpfen.

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