
Höre auf deinen Körper: Signale eines Burnouts und was du dagegen tun kannst
Leestijd: 5 minutenUnsere moderne Gesellschaft ist geprägt von Leistungsdruck, ständiger Erreichbarkeit und hohen Erwartungen – sowohl im Beruf als auch im Privatleben. Immer mehr Menschen fühlen sich dauerhaft gestresst und ausgebrannt. Laut der DAK-Gesundheitsstudie leiden in Deutschland jährlich Millionen Menschen unter stressbedingten Erschöpfungssymptomen. Die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von Burnout und psychischen Erkrankungen ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Doch woran erkennt man ein drohendes Burnout und wie kann man vorbeugen?

Was ist ein Burnout und wie entsteht es?
Burnout ist ein Zustand tiefgehender körperlicher und emotionaler Erschöpfung, der meist die Folge von chronischem Stress und Überlastung ist. Besonders betroffen sind Menschen in sozialen Berufen, Führungskräfte, Selbstständige und alle, die sich durch hohe Erwartungen selbst unter Druck setzen. Stress an sich ist nicht immer schädlich – er kann uns motivieren und antreiben. Kritisch wird es jedoch, wenn Stress dauerhaft anhält und keine Erholungsphasen mehr stattfinden.
Typische Stressfaktoren, die zu einem Burnout führen können:
🔹Beruflicher Stress: Hohe Arbeitsbelastung, Termindruck, Perfektionismus, fehlende Anerkennung
🔹Private Belastungen: Finanzielle Sorgen, familiäre Verpflichtungen, Beziehungsprobleme
🔹Schicksalsschläge: Krankheit, Verlust eines geliebten Menschen, Trennungen
🔹Selbst auferlegter Druck: Immer für andere da sein, es allen recht machen wollen, hohe eigene Erwartungen
Warnsignale eines Burnouts
Ein Burnout entwickelt sich meist schleichend und wird oft erst erkannt, wenn es bereits weit fortgeschritten ist. Doch der Körper sendet frühzeitig Signale, die ernst genommen werden sollten.
Körperliche Symptome:
🔴Chronische Erschöpfung und Müdigkeit, auch nach ausreichend Schlaf
🔴Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafprobleme)
🔴Häufige Kopfschmerzen oder Migräne
🔴Magen-Darm-Beschwerden ohne erkennbare Ursache
🔴Herzrasen, Schwindel oder Muskelverspannungen
Emotionale Symptome:
🔶Innere Leere, Hoffnungslosigkeit
🔶Reizbarkeit und plötzliche Stimmungsschwankungen
🔶Gefühl der Überforderung oder Hilflosigkeit
🔶Verlust von Freude an Dingen, die früher Spaß gemacht haben
Mentale Symptome:
🔶Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit
🔶Entscheidungsprobleme und verringerte Leistungsfähigkeit
🔶Antriebslosigkeit und das Gefühl, nichts mehr zu schaffen

Was tun, wenn du Anzeichen eines Burnouts bemerkst?
Wenn du eines oder mehrere dieser Symptome bei dir erkennst, ist es wichtig, frühzeitig zu handeln. Burnout ist keine Schwäche, sondern eine ernsthafte Erkrankung, die behandelt werden muss. Hier sind einige erste Schritte:
➡️Akzeptiere die Signale deines Körpers: Höre auf dich selbst und ignoriere nicht die Warnzeichen.
➡️Sprich mit jemandem: Familie, Freunde oder professionelle Berater können helfen, die Situation besser einzuordnen.
➡️Suche professionelle Hilfe: Ein Hausarzt oder Therapeut kann dir geeignete Maßnahmen empfehlen.
➡️Reduziere Stressquellen: Überlege, welche Verpflichtungen du reduzieren oder delegieren kannst.
➡️Sorge für ausreichend Erholung: Plane bewusste Pausen und Auszeiten in deinen Alltag ein.
Burnout-Prävention: So schützt du dich langfristig
Die beste Methode, um Burnout zu vermeiden, ist eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Erholung. Hier einige Tipps, die helfen können:
1. Achtsamkeit und Selbstfürsorge
Achtsamkeitsübungen wie Meditation oder Yoga können helfen, Stress besser zu bewältigen. Nimm dir täglich Zeit für dich selbst, auch wenn es nur 10 Minuten sind.
2. Bewegung und frische Luft
Regelmäßige Bewegung, sei es ein Spaziergang, Joggen oder eine andere Sportart, hilft, Stresshormone abzubauen und das Wohlbefinden zu steigern.
3. Gesunde Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse, gesunden Fetten und Proteinen unterstützt den Körper in stressigen Zeiten.
4. Nein sagen lernen
Setze klare Grenzen und nimm nicht jede zusätzliche Aufgabe an. Es ist völlig in Ordnung, auch mal „Nein“ zu sagen.
5. Soziale Kontakte pflegen
Ein stabiles soziales Umfeld gibt Halt und kann helfen, Stress besser zu bewältigen. Pflege deine Freundschaften und sprich über deine Sorgen.
6. Arbeitsalltag bewusst strukturieren
Plane bewusste Pausen in deinen Tag ein und versuche, eine gesunde Work-Life-Balance zu schaffen. Schalte nach Feierabend bewusst ab und vermeide exzessiven Medienkonsum.
Fazit
Burnout ist ein ernstes Problem, das nicht ignoriert werden sollte. Die gute Nachricht ist: Wer frühzeitig auf die Signale seines Körpers hört und präventive Maßnahmen ergreift, kann das Risiko erheblich reduzieren. Wenn du das Gefühl hast, dass dir alles über den Kopf wächst, zögere nicht, dir Hilfe zu suchen. Du bist nicht allein – es gibt Wege, wieder zu mehr Energie und Lebensfreude zu finden.